Katalogtext anlässlich der Ausstellung „Architekturen“, Altes Rathaus Garding 2010 (Auszug)

Frauke Petersen stützt sich bei der Entwicklung ihrer Bilder auf eigene Fotografien und hat damit zunächst einen konkreten Bezug auf Gegenstände. Aber schon durch die Hervorhebung von Details und die starke Kontrastierung durch Licht und Schatten distanziert sie sich von einem Abbilden der Dinge. Das Konstruktive ihrer Arbeit zeigt sich in den Schritten der Verarbeitung de Vorlagen. Oft bleiben nur eine starke Konturierung und ein abstraktes Muster als bildbestimmende Elemente übrig und lassen den anfänglichen Gegenstandsbezug völlig verschwinden. Diese Schritte der Bildentwicklung und der Verfremdung sind zugleich Schritte der ästhetischen Steigerung, die den Betrachter ganz auf die Wahrnehmung und Deutung des Bildes fixieren, das seinen Reiz nur noch in sich hat.
Vor die Frage was es ist, drängt sich die Frage, wie es gemacht ist, vor allem auch durch die Verwendung von Sand als Malmittel. Vielleicht fällt zuerst der Kontrast von glatter Fotooberfläche und dem matten und körnigen Auftrag des Sandes auf. Dann geben die feine Rasterung und Strukturierung dieses Materials zu denken und man bemerkt, daß mit dem Sand nicht nur eine eigenartig eingefärbte Oberfläche, sondern eine neue Dimension ins Bild gekommen ist.
Im Einsatz dieses Mittels erweist sich Frauke  Petersen als einfallsreiche und technisch brillante Künstlerin von eigenständigem Rang. In den Bildern von Buenos Aires meldet sich mit dem ästhetischen Reiz und mit den optischen Irritationen auch die Frage nach dem Leben und dem Wohnen in der Stadt, in der nicht nur Licht und Schatten kontrastieren.

Prof. Dr. Lothar Schäfer 2011

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